Geschäftsmodell kaputt? Sporttotal.tv erhöht die Preise kräftig!

Sporttotal: Extreme Preiserhöhung beschleunigt die eigene Pleite nur

Die Nachricht hat es nicht in viele überregionale Medien geschafft, der Kicker aber hat den Ball aufgenommen und meldet: Sporttotal: Preisschock für Amateurklubs. Der Streaming-Anbieter Sporttotal.tv säße tief in den roten Zahlen, deshalb erhöhe man die Kosten für die teilnehmenden Vereine.

Üblicherweise wäre so etwas nicht mehr als eine Randnotiz. Ein Unternehmen rutscht in die Miesen, also muss es seine Einnahmesituation verbessern. In der Regel ist eine Preiserhöhung der Produkte oder Dienstleistungen dann unumgänglich, und letztendlich ist es der Markt, der entscheidet, ob das Preis-/Leistungsverhältnis noch stimmt.

In diesem Fall aber gibt es zwei bemerkenswerte Komponenten. Die erste: Sporttotal.tv erhöht seine Preise nicht moderat, wie sonst üblich, sondern fordert von seinen zahlenden Kunden einen Aufschlag von mehr als 700 Prozent – statt bisher 118,80 Euro sollen sie ab Sommer 838,80 Euro zahlen. Die zweite Komponente ist dabei eine Konstante: Die Kunden, das sind in der Regel Amateur-Sportvereine überall in Deutschland. Und sie latzen dafür, dass ihnen die zahlenden Zuschauer wegbleiben. Denn Sporttotal.tv überträgt ihre Spiele mithilfe automatisierter Kamerasysteme übers Internet. Kostenlos für die Zuschauer zuhause. Finanziert wird der Service durch Werbung – und die Beiträge der Teilnehmer.


Eine Sporttotal.tv-Zusammenfassung aus der Fußball-Regionalliga Nord live: Kickers Emden gegen den Bremer SV.

Mir hat sich nie erschlossen, welchen Mehrwert ein Sportverein hat, wenn potentielle Zuschauer lieber das Pad anschmeißen als zum Spiel zu gehen. Schließlich entfallen für sie der Eintrittspreis und das, was die Person verzehren würde. Und dann auch noch selbst für die Internet-Konkurrenz bezahlen? Absurd. Und Werbung für die Klubs betreiben Übertragungen bei Sporttotal.tv auch nicht, dafür ist das Angebot auch Jahre nach dem Start noch zu unbekannt. Außerdem kennt die angenommene Zielgruppe das Sportangebot vor Ort eh in- und auswendig und wird so kaum Lust bekommen, zu einem Spiel zu gehen.

Das Geschäftsmodell von Sporttotal.tv ist also gar nicht überlebensfähig. Denn die, die davon profitieren – die Zuschauer – werden kaum bereit sein, etwas dafür zu zahlen. Und von den Vereinen, die bisher bereits fast 120 Euro pro Saison dafür zahlten, sich selbst Konkurrenz zu machen, werden wohl nicht wenige aus den Verträgen aussteigen. Und das ist letztlich wohl auch die richtige Entscheidung.

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