Feuerwerk

Kein Feuerwerk für Olaf Scholz

Das Verbot von Feuerwerkskörpern für Privatpersonen wird kommen – das ist nach den Vorkommnissen der jüngsten Silvesternacht wohl sicher. Denn so wird es üblicherweise gehandhabt in der Bundesrepublik: Man doktert lieber an den Symptomen herum und lässt die Ursachen unverändert. Also wird die Bundesregierung den unreflektierten Schreien nach einem weiteren Verbot bald nachgeben und ein weiteres Stück Freiheit kassieren.

Feuerwerk über Hildesheim. Quelle: Norbert Diekmann

Mich würde das generell recht wenig stören. Das letzte Mal geböllert habe ich als Jugendlicher, und für Tierhalter wie mich ist die Zeit um Silvester sowieso immer ein reiner Albtraum: Spätestens mit dem Verkaufsstart für Feuerwerk verwandelt sich die Nachbarschaft in ein akustisches Kriegsgebiet, und selbst Tage nach dem Jahreswechsel hört man immer wieder unmotiviertes Knallen. Für viele Tiere, besonders für Wildtiere, ist es eine dauerhafte Stresssituation, mitten in einer für sie eh besonderen Zeit, in der sie wenig Tageslicht bekommen und Nahrung knapp ist. Man muss kein radikaler Tierschützer sein um zu ahnen, dass das wilde Rumballern ein Verbrechen an diesen Geschöpfen darstellt.

Trotzdem bin ich gegen ein Verbot. Die Freiheit einer Gesellschaft stirbt nie auf einmal, sondern stets in kleinen Schritten. Auch, wenn es oft sinnvoll klingende Begründungen für Verbote gibt, muss jedem klar sein, dass jedes erfolgreich ins Bundesgesetzblatt eingefügte Verbot nur eine Etappe ist und die Puritaner schon das nächste Stückchen Freiheit auf dem Radar haben. Und, tatsächlich ist privates Feuerwerk kein gesamtgesellschaftliches Problem. Der absolut überwiegende Teil der Menschen in unserem Land kann mit diesen Möglichkeiten sehr gut umgehen. Sie kaufen sich ein wenig Feuerwerk, warten bis Silvester und begrüßen das neue Jahr ab Mitternacht mit Farben, ein paar Knallern und vor allem guter Laune. Daran ist nichts Falsches.

Den großen Ärger verursachen wie so oft nur wenige. Und die, die tatsächlich eine Gefahr für unsere Gesellschaft bedeuten, kann man recht gut benennen. Es sind überwiegend Menschen aus Großstädten, die entweder in Deutschland in Parallelgesellschaften aufgewachsen sind oder aus Ländern stammen, in denen keine freiheitlich-demokratische Grundordnung existiert, sondern häufig islamisch geprägte/dominierte Gesellschaftsformen. Dass das so ist, wissen die Politiker in und ohne Regierungsbeteiligung natürlich sehr gut. Das Kind beim Namen nennen sie trotzdem nicht, schließlich hätte es tiefgreifende Konsequenzen. Kurzfristig könnte über jeden, der die Fakten nennt, erst einmal ein Shitstorm hereinbrechen, denn für manche ist es bereits unverzeihlicher Rassismus, wenn auf offensichtliche Probleme hingewiesen wird. Das ist natürlich Blödsinn: Wer immer und überall Rassismus sieht, ist einfach nur denkfaul und hat es sich in seiner Meinungsblase bequem gemacht. Diese Mitmenschen sollte man also nicht allzu ernst nehmen, zumal ihre Weltsicht immer schneller von der Realität eingeholt wird.

Die weitaus schwerer wiegende Konsequenz als ein Shitstorm ist aber das Eingestehen, dass eine liebgewonnene Lebenslüge unserer Republik nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Bisher ging man davon aus, dass alle Menschen miteinander sozialkompatibel wären. Und dass es ja sowieso ein Automatismus sei, dass jeder festellen werde, dass eine Demokratie die beste aller Herrschaftsorganisationsformen ist. Kurz: Wer hier lebt, wird sich schon anpassen. Geht ja gar nicht anders.

Die Realität sieht anders aus. Nur weil jemand hier lebt und die Vorzüge einer Demokratie und einer sozialen Marktwirtschaft genießt, bedeutet noch lange nicht, dass er deren Werte und Normen übernimmt. Im Gegenteil ist die Bildung von Parallelgesellschaften in den vergangenen Jahren massiv forangeschritten. Sie bleiben unter sich und lehnen unseren Wertekanon oft mehr oder weniger radikal ab. Die Menschen, die in diesen Kreisen aufwachsen, sind für unsere Gesellschaft in der Regel verloren. Sie können nichts anfangen mit einer Polizei, die erst einmal gewaltlos versucht, den Sachverhalt zu klären. Auch nicht mit einem Rechtssystem, das nicht auf Bestrafen, sondern auf Rehabilitation Wert legt. Die Gesetze dieser Gesellschaft ordnen sie den Gesetzen Ihrer Religion unter, und nicht selten fühlen sie für die Menschen außerhalb ihres Mikrokosmos keinen Respekt.

Diese Mischung ist hochexplosiv. Zum Jahreswechsel hat es sich besonders in Teilen Berlins gezeigt, dass Integration weder ein Spaziergang noch eine Einbahnstraße ist und dass unsere Gesellschaft klare Anforderungen an diejenigen, die hier leben möchten, stellen muss. Vor allem: Kein Religionsbuch steht über den Gesetzen unseres Staates. Traurig, dass man eine solche Selbstverständlichkeit im Jahr 2023 überhaupt noch betonen muss.

Aber, jede Wette, die Politik wird sich nicht um die Ursachen der Probleme kümmern. Wird Parallelgesellschaften weiter wachsen und gedeihen lassen. Wird weiter einseitige Integrationsangebote machen, auf deren Verweigerung keinerlei Konsequenzen folgen. Wird weiter Extrawürste für Religionen braten, obwohl die Bundesrepublik ja eigentlich ein säkularer Staat sein sollte. Oder? Tja…

Also wird der Gesetzgeber wohl schon recht bald – für seine Verhältnisse – ein Verbot privaten Feuerwerks beschließen. Das wird auf diejenigen, die eh auf die Regeln pfeifen, ungefähr den gleichen Einfluss haben wie die Waffengesetze: gar keinen.

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